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Weihnachten

Wenn Kerzen flackern und plötzlich die Herzen schlackern, muss die Feuerwehr ackern

Leises Rascheln und spannendes Knistern ist aus dem Wohnzimmer zu hören. Fred klebt mit seinem Ohr so an der Tür, dass es nicht mehr wie sonst absteht. Er überlegt kurz, ob dies eine Alternative zu einer Schönheits-OP wäre, kommt aber zu dem Entschluss, dass ein permanentes Brett am Kopf wohl doch eher unpraktisch ist. Er versucht, durchs Schlüsselloch zu spähen, aber Wilma – seine feuerrothaarige, brandneue Freundin – ist clever, sie hat es einfach zugeklebt.

Okay, dann muss er sich wohl noch etwas gedulden. „Hey, mein heißes Fegerchen, ich leg mich mal 'ne Runde hin. Das dauert ja wohl noch ein bisschen?“ säuselt er durch die Wand. „Ja, Fackelschnuckel, das ist eine gute Idee, ich ruf Dich dann“, trällert Wilma – süß wie die Glocken so klingen – zurück.

Er tapert nach oben und wir machen einen Schwenk zu Wilma.

Sie möchte es so richtig romantisch haben, schließlich ist es ihr erstes, gemeinsames Weihnachten und ihr Fred soll dahinschmelzen. Deshalb hat sie den Baum mit extra vielen Kerzen und noch viel mehr Strohsternen und reichlich Lametta und allerhand Glitzerkugeln und rund dreißig kleinen Engelchen und tonnenweisen roten Plastikherzchen behängt. Der arme Nadel-Kerl ist nur knapp einen Meter groß (Wilma hasst diese Riesenbäume, manche Leute übertreiben es echt!) und bricht unter dem Gewicht fast zusammen. Von seinen Zweigen ist nicht mehr viel zu sehen, aber das ist auch gut so. Wilma hat ihn schon vor drei Wochen zusammen mit einer Lastwagenladung Klopapier gekauft (toi, toi, toi!), um auf Nummer sicher zu gehen, deshalb ist er jetzt nicht mehr gaaanz so grün.

Fröhlich summt sie „Last Chrismas, I gave you my heart …“ vor sich hin, während sie in jede ihrer fünfzig Pflanzen zwei bis sechs Wunderkerzen steckt. Anschließend quetscht sie noch die Geschenke unter den Baum (am meisten wird sich Fred über die Heißklebepistole freuen, er ist ihr kleiner Cowboy) und sieht sich dann oberzufrieden um.

Eine halbe Stunde später erstrahlt der gesamte Raum in heiligem Lichterschein.

Sie tänzelt in den Flur und singsangt am Treppenabsatz freudig hoch nach ihrem Fredi-Schnurpsi.

Einmal.

Zweimal.

Keine Reaktion.

Das passiert öfter, wenn er ein Nickerchen macht. Seit sie sich kennen. Da ist er einfach nicht wach zu kriegen. Aber ausgerechnet heute? Wo sie sich doch so viel Mühe gegeben hat? Das kann sie ja nun gar nicht leiden. Absolut überhaupt nicht. Da schwört er ihr immer wieder seine Liebe und dann so was. Aber nicht mit ihr! Der kann was erleben! Da ist ein flammendes Inferno gar nix dagegen! Dieses Weihnachten wird ihm eine Lehre sein!

Jawoll.

Blitzartig sprudelt glühender Zorn in ihr hoch (vielleicht liegt es an dem Liter Glühwein, den sie nebenbei geschnäppert hat?). Okay, na gut, eine einzige Chance gibt sie ihm noch, da ist sie tolerant.

Aber nichts geschieht. „Okay, mein Freund, wenn Du meinst, Du kannst so mit mir umspringen, dann pass mal auf!“, grantelt sie brodelnd vor sich hin (in diesem Moment könnte sie echt als Wasserkocher durchgehen).

„FRED!!!! FREEEED!!!! FRRRREEEEED!!!! ES BRENNT! FREEEED!!!!“

Kreischend steigert sie sich immer mehr hinein (jetzt quasi eine kochende Heulboje – jeder Silvesterknaller wäre in Ehrfurcht verglüht). Wir können nur froh sein, dass keine Glasglocken am Baum hängen. Eigentlich wollte sie nach der Bescherung einen Striptease für Fred hinlegen, dann hätte das Wort „splitternackt“ eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Zumindest wirkt ihre hysterische Reaktion, denn:

Oben hechtet Fred völlig verpennt aus dem Schlafzimmer mit einem geschmetterten „WIIIILLLLMAAAAA, ICH RETTE DICH!!!“, nimmt – während sie weiter Sirene spielt –, fünf Stufen auf einmal; schnappt sich den Feuerlöscher am Eingang, spurtet ins Wohnzimmer und beballert den Baum damit, was das Zeug hält (Cowboy!).

Es dampft und qualmt, alle Kerzen sind verstummt. Er schaut sie erleichtert und ein bisschen stolz an, während er sich wie ein Gorilla dezent auf die Brust trommelt.

Sie aber dreht sich nur schmollend mit böse verschränkten Armen weg von ihm und flüstert: „Es hat gar nicht gebrannt, aber Du hast mein Zauberlichtermeer verschlafen und jetzt ist alles kaputt.“

Na ja, Wilma, bei Deiner Kreation hätte es aber auch arg nach hinten losgehen können.

Im Prinzip hat sie eine Menge aufgefahren, was brandgefährlich ist und tunlichst vermieden werden sollte:

  • Trockene Zweige fangen rasch Feuer; deshalb wäre es ratsam, den Weihnachtsbaum so spät wie möglich in das warme Zimmer zu stellen.
  • Die Kombination von Kerzen und Strohsternen war im wahrsten Sinne des Wortes eine zündende Idee. Plastik und Lametta bringen dazu nicht Fred zum Schmelzen, sondern sich selbst – und zwar riskant.
  • Die gesamte brennbare Deko war viel zu dicht beieinander, um sicher zu sein.
  • Wunderkerzen sind durch die sprühenden Funken ein absolutes No-Go in der Nähe von Adventsgestecken und Weihnachtsbäumen.

Im Prinzip waren Freds Verschlafen und Wilmas Trotzreaktion ein Segen für das Pärchen. Letztendlich haben sie dies auch erkannt und doch noch ein Happy Chrismas verlebt – mit ein paar wenigen Kerzen ganz kuschelig auf der Couch. Inklusive Striptease? Das verraten wir nicht.

Aber wir geben Ihnen dafür noch mehr Tipps für ein lichterfrohes und nicht lichterlohes Weihnachtsfest:

Gut geschützt sind Sie mit Sicherheitskerzen. Der vor dem Kerzenboden endende Docht lässt die Flamme von selbst erlöschen.

Achten Sie bitte dennoch darauf, dass die Kerzen (welche auch immer)

  • genügenden Sicherheitsabstand zu Vorhängen sowie Gardinen haben und nicht im Zug (die Luft, nicht die Bahn) stehen,
  • standfest in der Halterung befestigt sind und nicht kippen können,
  • niemals unbeaufsichtigt brennen – und lassen Sie die Kinder nicht alleine mit dem Baum.

Apropos Kinder: Sorgen Sie dafür, dass diese keinen Zugriff auf Streichhölzer und Feuerzeuge haben.

Warten Sie außerdem nicht ab, bis die Kerzen heruntergebrannt sind, sondern pusten sie diese rechtzeitig aus.

Wenn Sie sich für elektrische Lichterketten entscheiden, dann bitte für solche mit einem VDE-genormten Prüfsiegel. Dabei dürfen die Steckdosen bei der Verwendung nicht überlastet werden.

Und stellen Sie zu guter Letzt für alle Fälle ein Gefäß mit Wasser, einen Feuerlöscher, eine Löschdenke o. Ä. bereit, und halten Sie die Fluchtwege wie Fenster, Türen, Flure und Treppen frei.

So können Sie in diesem Sinne ganz beruhigt die Stille Nacht genießen.

Und auch wenn es in diesem Jahr seltsam anders ist, wir nicht alle in dem Kreise unserer Familie das Fest der Liebe feiern können, wie wir es gerne hätten und Weihnachtsgrüße in diesem Jahr echt schwer fallen …

Living in Berlin wünscht Ihnen von Herzen, dass Sie das Beste daraus machen, was möglich ist und dennoch beschaulich-behagliche Momente im gemütlich Warmen verbringen werden – vielleicht mit der Freude strahlender Kinderaugen und vor allem inniglichen Gedanken an Ihre Liebsten, die nicht dabei sein können.

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