Ruckedigu, Ruckedigu, 1-a-Winterfutter stärkt uns im Nu
„Das ist nicht dein Ernst!!!“ Er schaut sie aus Poker-Chips-Augen der Größe XXL an – völlig von der Rolle (unklar ist, ob es sich um eine Klopapier-, eine Filmstar-, eine Prinzenrolle oder so handelt und ob die Chips essbar sind).
„Wer denn? DU bist doch mein Ernst?!“ Kathi ist sichtlich verwirrt. Und Ernst nun auch: „Äh, ja, stimmt. Was ich meinte, ist: Wie bist Du bloß auf diese Schnapsidee gekommen? Boah, wie eklig!“
„Nun ja, ein kleines Obstbrändchen war schon im Spiel. Nicht der Rede wert.“ Sie kichert jetzt so rum, als hätte sie derart viele Hochprozentige hinter die Binden (Always Ultra?) gekippt, dass damit eine Bananenplantage hätte flambiert werden können, dann setzt sie giggelnd nach: „Hat auf jeden Fall meine Verdauung in Schwung gebracht!“
Ernst hebt entsetzt die Hände hoch, als setze jemand ihm 'ne Pistole mit Vogelschreck-Patronen aus Silvester-Restbeständen auf die Brust: „Und da kam dir die zündende Idee, auf einen Ast zu klettern und von dort aus deinen Stuhlgang gezielt in einem darunter liegenden Nest zu platzieren? Warum denn um Himmels willen?“
„Na, weil …“, nun wird Kathi – der nun weiterführenden Geschichte angepasst – stinkig, „die verdammten Vögel auf meine Autos gekackt haben. Und zwar in Weiß auf meinen schwarzen Thunderbird und in Schwarz auf meine weiße Ente. Da musste ich doch ein Zeichen setzen. Das kann ich doch nicht durchgehen lassen. Zumal …“ Nun schiebt sie Ernst durchs Wohnzimmer in Richtung Terrasse, öffnet die Tür und zeigt auf ein Vogelhaus im Villenstil, in das locker eine royale Waschbären-Familie gepasst hätte.
„Seit einer Woche verwöhne ich dieses vermaledeite Federvieh nun hier, weil es doch so eisig ist. Und schau mal, was ich denen alles so an kulinarischen Genüssen kredenze.“ Flugs klickt sie auf irgendwas in ihrer Hand und schon öffnet sich eine Schiebetür, hinter der ein opulentes Buffett wahren Augenschmaus mit Miniatur-Canapés präsentiert: Lachshäppchen, eingelegte Maiskölbchen, Reisbällchen, Trüffelchen, pochierte Wachtel-Eierchen (ach herrje, das ist ja schon Kannibalismus), … um nur einige Gaumenfreuden zu nennen.
Doch Kathi erntet nicht – wie erwartet – frenetischen Beifall, sondern nur ein trockenes „Bei dir piept's wohl!“ von Ernst. Mit dem kopfschüttelnden Nachsatz: „Was zum Kuckuck stimmt bloß nicht mit Dir?“. Dann macht er wortlos einen Abflug.
Trotzig ruft Kathie ihm hinterher: „Ach, halt doch einfach deinen Schnabel, du blöder Tiefflieger! Bist genauso undankbar wie diese Flitzpiepen! Mach bloß die Flatter!“
Tja, nicht nur Kathie fühlt sich unverstanden, sondern auch die Vögel.
Hätte Kathie sich folgende Gedanken gemacht, hätte sie profitiert, Ernst wäre beeindruckt und die Schnabeltiere hätten es richtig gut bei ihr:
Schützt denn wohlüberlegtes Füttern unsere gefiederten Freunde wirklich? Und auch ihre gefährdeten Artgenossen?
Erstens ja, zweitens: kaum. Dennoch bietet die Vogelfütterung laut NABU sowohl Hilfe als auch herrliche Naturerlebnisse – vor allem von November bis Februar, denn: Gerade an Futterstellen können wir das Schmausen aus nächster Nähe beobachten. Zugleich lernen wir die unterschiedlichsten Gattungen kennen, was besonders unseren handygesteuerten Stadt-Kindern und -Jugendlichen zugutekommt.
Dabei unterscheiden wir in
- bodenständige Weichfutterfresser – zum Beispiel Amseln, Rotkehlchen, Stare und Zaunkönige –, die sich ihre tierische Kost, Früchte oder feine Leckereien wie in heißem Öl getränkte Haferflocken (DIE Leibspeise!), Kleie, Mohn, Rosinen und Obst aus/von der Erde picken. Spezielle Bodenfutterspender vermeiden das Verderben der Nahrung. Absolutes No-Go sind Speck, Salzkartoffeln oder Brot. Letzteres quillt im Magen der Vögel auf und wird schnell ungenießbar,
- flexiblere Arten von Weichfressern, also Kleiber, Meisen oder Spechte. Sie nehmen zusätzlich nicht nur Sonnenblumenkerne und Hanf an, sondern auch gut erreichbare Meisenknödel und -ringe, die neben Körnern auch vor Nässe schützendes Fett enthalten,
- Körnerfresser: Dazu gehören unter anderem Ammern, Finken und Sperlinge. Mit ihren kräftigen Schnäbeln können sie Sonnenblumenkerne, Hanf und andere entsprechende Samen knacken.
Wie sieht's denn mit herkömmlichen Futtermischungen aus?
Grundsätzlich kann es die vielfältigen Bedürfnisse unserer heimischen Vögel kaum erfüllen. Von Menschen unberührte Landschaften bieten nun mal eine wesentlich breitere Palette an naturbelassenen Nahrungsquellen.
Billige Varianten enthalten zur Streckung überwiegend Weizenkörner und werden nur dann nicht verschmäht, wenn sonst nichts zu holen ist. So verbleiben nicht nur Mengen an ungenutztem und schließlich gammelndem Vogelfutter auf dem Boden, sondern dieses Zeug kann auch zum Eindringen von Pflanzenarten, wie zum Beispiel die stark allergieauslösende Ambrosie, führen.
Das alles kann Ihnen bei diesen hochwertigeren Produkten nicht passieren:
- Körner-Mix mit hohem, energiereichen Ölgehalt durch rund zwei Drittel Sonnenblumenkerne und ein Viertel Hanfsaat. Gehackte Nüsse, Haferflocken und kleinere Samen sollten den Rest bilden.
- Körner- oder Weichfutter-Fett-Mix, als Meisenknödel erhältlich – bitte ohne Plastiknetze, diese bergen die Gefahr in sich, dass die Piepmätze sich verheddern und sogar möglicherweise dabei verletzen.
Da Vogelfutter oftmals in konventioneller Landwirtschaft ohne passenden Lebensraum für gefährdete Agrarvogelarten, dafür durchaus mit Pestiziden angebaut wird, macht es Sinn, biologische Erzeugnisse zu kaufen. Aus demselben Grund ist es ratsam, Ihren Garten so zu gestalten, dass Sie möglichst viele natürliche Nahrungsquellen erschaffen.
Oh, oh: Jungvögel! Sei wachsam!
Von April bis Juli bereichern uns die vor Hunger piepsenden Sprösslinge. Nun ist Vorsicht angebracht, denn: Sie bekommen von Mama und Papa in den ersten Wochen einzig und allein frische, proteinreiche Insekten in ihre gierigen Schnäbelchen. An dem üblichen Wintervogelfutter mit beispielsweise ganzen Sonnenblumenkernen beziehungsweise großen Erdnuss-Bruchstücken könnten sie ersticken, fettreiches Futter ist für sie nur schwer verdaulich. Hingegen unschädlich sind kleine, fettarme und heimische Wildkräuter-Samen sowie frische oder aufgetaute und möglichst nicht getrocknete Insektenkost.
Unsere Futterstellen-Tipps
- Ratten fühlen sich durch ebenerdiges Vogelfutter angelockt. Um dies zu vermeiden, sollten Sie die Reste unter den Futterstellen täglich beseitigen oder besser noch: für die Nager unzugängliche Auffangteller unter den Futtersäulen oder Futterhäuschen anbringen. Wenn dies die Ratten nicht beeindruckt, ist es angebracht, von den Fütterungen abzulassen.
- Ist die Vogelgrippe ein Fütterung-verboten-Kriterium? Nein, da diese Geflügelkrankheit sich bisher weltweit so gut wie gar nicht auf Singvögel übertragen hat. Hygiene hat laut NABU dennoch einen hohen Stellenwert, denn durch regen Andrang und denkbare Vermischung von Futter und Kot kann es rasch zu einer Übertragung diverser Krankheitskeime kommen.
- Apropos „Hygiene“: Vögel können von diversen Erregern wie Chlamydien oder Salmonellen etc. infiziert sein. Da die Möglichkeit der Übertragung auf Menschen und Haustiere besteht, empfiehlt der NABU, folgende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:
- das Tragen von Gummihandschuhen während der Säuberung von Vogelfutter-, Trink- oder Badestellen,
- das Benutzen von Gummihandschuhen oder umgestülpten Plastiktüten beim Anfassen kranker oder toter Vögel,
- die getrennte Aufbewahrung
- a) der Bürsten, Schwämme und Tücher für Futterstellen & Co – am besten nicht im Haus und schon gar nicht in der Nähe von Lebensmitteln – von
- b) Putztüchern für den Haushalt sowie
- das gründliche Waschen Ihrer Hände mit Seife, idealerweise inklusive anschließender Desinfektion nach Kontakt.
- Futterspender platzieren Sie am besten an einer übersichtlichen Stelle, damit Sie die Vögel im Auge behalten können und sich anschleichende Katzen nicht auf Beutefang gehen können. Gleichzeitig sollten Bäume oder Büsche im nahen Umfeld Schutz vor eventuellen Attacken von Sperbern bieten. Durchsichten oder Spiegelungen in Ihren Fenstern können zur tödlichen Falle für das Gefieder werden. Wirksame Vogelschutzmarkierungen an den Außenseiten Ihrer Glasscheiben schaffen Abhilfe.
- In Futterspender/Futtersilos
- sollten die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können (siehe Punkt 2),
- bleibt das Futter länger frisch. Gute Futterspender
- sind so gebaut und angebracht, dass das Futter selbst bei Regen, Stark-Wind und Schnee nicht feucht werden und somit auch nicht vereisen oder verderben kann,
- müssen normalerweise nur vor und nach der Wintersaison gereinigt werden.
- Herkömmliche Futterhäuschen hingegen müssen Sie regelmäßig mit heißem Wasser reinigen, täglich sollte nur wenig Futter nachgelegt werden.
Wo wir schon bei „Schutz“ sind:
Der Verkauf einer Immobilie ist gepflastert von Stolpersteinen und auch Fallstricke lauern an ungeahnten Ecken und Kanten. Living in Berlin ist Ihr Auffangbecken mit Netz und doppeltem Boden. Wir halten unsere professionelle Hand schützend über Ihr bedeutsames Projekt und umschiffen gekonnt jede erdenkliche Klippe bis zur sicheren Einfahrt in Ihren Erfolgreich!Verkauft!-Hafen.
Nur ein Anruf genügt.
Geschrieben von Susi Purol
