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Schlagzeug spielen in der Wohnung

Vorne spielt die Musik. Und auch der neue Nachbar haut in die Pianotasten. Boah, wie nervig! Darf der das denn überhaupt?

Trommelwirbel für Mick Magger: Er ist ein begnadeter Cellist. Denkt er. In Wirklichkeit kommen die Töne eher von schief nach schräg daher. Es erinnert mehr an südländischen Katzenjammer in der hochrolligen Zeit. Was Mick hingegen gut kann, ist mit Pauken und Trompeten durch Prüfungen zu rasseln. Aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall fiedelt er jeden Tag stundenlang fröhlich vor sich hin. Und zwar mit Schmackes.

Anderes Haus, anderer Musiker: Wolfgang B. Zomart spielt auf dem Flügel, als hätte seine Mutter eine Klaviatur in der Gebärmutter gehabt. Die Töne lassen die Hörer wegschmelzen wie Ritter Sport Nougat in gleißender Sonne. Auch bei ihm spielt das Musizieren die erste Geige und dementsprechend verbringt er eine Menge Zeit damit.

Und dann gibt es da noch Frau Drahtseil. Ihr Nachname ist leider nicht Programm, denn ihre Nerven haben die Konsistenz von Spinnenweben. Deshalb könnte sie auch jedes Mal einen Kreischanfall bekommen, wenn Mick loslegt. Das würde vielleicht ein ganz nettes Duett ergeben. Aber sie bewahrt die Fassung wie eine gute, deutsche Glühbirne – obwohl ihr die Jaulerei gehörig auf den Wecker geht – und beschwert sich stattdessen beim Vermieter.

Herr Flöter aber pfeift aus dem letzten Loch, seit der Zomart eingezogen ist. Für ihn persönlich ist das ganz schreckliches Geklimper und deshalb stürmt er eines Tages auch mit dem Temperament eines wildgewordenen Schlagzeugers rüber und bläst dem Nachbarn mit einem sauer rausgebrüllten „Jetzt ist aber Essig damit!“ den Marsch.

Die Frage ist nun: Wer hat hier welche Rechte?

Laut Bundesgerichtshof ist Hausmusik in gewissen Grenzen grundsätzlich zulässig – es sei denn, der Mietvertrag enthält dazu konkrete Regelungen. Ansonsten ist es Mietern gestattet, täglich zwei bis drei Stunden zu musizieren – auch außerhalb der üblichen Ruhezeiten. Das ist allerdings nicht einheitlich geregelt, sondern richtet sich nach dem jeweiligen Einzelfall, z. B. wie groß der bauliche Abstand der Wohnungen zueinander oder wie hellhörig es ist. Ob es sich dabei um von der Muse zart bis leidenschaftlich geküsste Engelstöne oder die mit einer Nervensäge bearbeitete Violine handelt, spielt dabei wiederum keine Rolle.

Selbst extrem empfindliche Menschen können ihre hohe Sensibilität nicht als Gegenargument benutzen, um eine Einschränkung der Spielzeit oder gar ein komplettes Verbot zu erwirken. Das Gericht orientiert sich an dem „Durchschnittsmenschen“. Wenn also der dünnhäutige Nachbar auf dem Zahnfleisch läuft (autsch!), während der „normale“ nur achtlos mit den Schultern zuckt (nur einmal, sonst käme es ja einem Tic gleich), darf man den Mädchen, die pfeifen und Hühnern, die krähen, nicht bei Zeiten den Hals umdrehen.

Time-out für die Mucke

Geht die kleine Nachtmusik über Zimmerlautstärke hinaus, müssen die gängigen Ruhezeiten zwischen 22.00 und 6.00 Uhr sowie zwischen 13.00 und 15.00 Uhr und oft auch sonntags eingehalten werden.

Emanzipation bei Instrumenten? Denkste, Puppe.

Es gelten unterschiedliche tägliche Spielzeiten. Dabei schneidet das Klavier am besten ab:

  • Schlagzeug: 45 bis 90 Minuten – außer sonntags
  • Akkordeon: 90 Minuten – zwischen 9 und 13 sowie 15 und 22 Uhr
  • Klarinette und Saxophon: zwei Stunden – sonntags nur eine Stunde
  • Klavier: maximal drei Stunden täglich – am Wochenende weniger

Trick 17 mit Selbstüberlistung

In einer modernen Welt wie unserer können die Musiker mittlerweile auf verschiedene Systeme zurückgreifen, mit denen sie ihr Instrument stumm spielen können, so zum Beispiel:

  • das Klavier mit Kopfhörern zu spielen,
  • einen sogenannten Tonwolf für die Geige zu nutzen oder
  • der Trompete einen Dämpfer zu versetzen.

Alternativ bzw. zusätzlich kann ein Gespräch natürlich nie schaden. Und nicht vergessen: Geigen Sie besser keinem die Meinung – egal, auf welcher Seite Sie stehen –, denn: Der Ton macht die Musik. Dann klappt’s auch mit den Nachbarn.

P. S.:

Wussten Sie eigentlich, dass unsere Kunden Lobeshymnen auf uns singen? Neben dem Kaufen, Mieten oder Vermieten haben wir besonders den Verkaufsrhythmus im Blut. Warum ist das so? Weil wir einfach andere Saiten aufziehen. Und zwar genau diejenigen, welche sich bei Ihrem gelungenen Abschluss in klingender Münze auszahlen. Probieren Sie es doch einfach mal aus und kontaktieren Sie uns jetzt. Dann kann Ihr Himmel voller 200-Euro-Scheinchen hängen.

Geschrieben von Susanne Purol

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