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Mit des Nachbarn Katze zum Tierarzt

Besuch auf Samtpfötchen: Inwieweit darf ich mich um die Katze meines Nachbarn kümmern?

An einem schönen Samstag im August liegt Lotta mit geschlossenen Augen in ihrem hübschen Wildwuchsgärtchen auf ihrer Sonnenliege. Sie hat die Kopfhörer eingestöpselt und lauscht verträumt ihrer Schmusemodus-Playlist. In ihrem hübschen Köpfchen läuft einer ihrer Benny-Tagträume ab, heute: Ihr absoluter Schwarm und sie auf einem schwarzen Rappen am kretischen Strand. Sie sitzt als Badenixe mit Alabasterkörper (okay, da schummelt sie ein bisschen, man sieht ihr schon an, dass sie an Schokolade echt nicht vorbei kann, aber es ist ja ihr Drehbuch …) hinter ihm, ihre Stoppelfrisur weht sexy im mediterranen Wind (wie gesagt, es ist ihr Drehbuch …), die schlanken Arme (…) zärtlich um ihn geschwungen – so galoppieren beide dem Sonnenuntergang entgegen, eingetaucht in ein explodierendes Farbenspiel aus …

AAAH!!!!

Sie schreckt hoch. Irgendwas ist auf ihren Bauch geplumpst. Völlig verwirrt versucht sie sich, das zu erklären, wie kann sowas denn passieren, wenn sie aufrecht ist? Während sie langsam aus ihrem Dämmerzustand kommt, wird ihr klar, dass sie ja liegt. Da war sie wohl richtig weggedöst. Mist, es war gerade sooo schön, da sollte natürlich noch irgendwann DER Kuss ihres Lebens kommen. Vorsichtig öffnet sie ein Auge, daraufhin verdattert das zweite, denn:

Da hat es sich doch Familie Kümmernichs Katze Miss Sing auf ihr so richtig gemütlich gemacht. Alle viere von sich gestreckt schaut sie Lotta aufmerksam an – eine klare Streichel-Aufforderung, der Lotta sofort nachkommt. Okay, es ist zwar nicht Benny, aber wenigstens was Echtes zum Schmusen – was mit einem Schnurren belohnt wird, auf das die Aristocats total neidisch gewesen wären.

Aber wie Miezen nun mal so sind, hat Miss Sing irgendwann genug und beginnt stattdessen zu maunzen. „Sie wird wohl durstig sein“, denkt sich Lotta und macht sich auf in die Küche, dicht gefolgt von der Fellnase. Erwartungsvoll und akrobatisch wie ein Gummimensch schmiegt sie sich um Lottas Beine herum, während diese ein Schälchen mit Wasser füllt, um es dann auf den Boden zu stellen.

Miss Sing schnuppert kurz, setzt sich dann mit einem erneuten Plumps hin und schaut Lotta vorwurfsvoll an – ohne auch nur eine Miene zu verziehen. „Okay, okay, dann schaue ich mal, was ich Dir zu futtern geben kann“, grinst Lotta nach einer Minute, als endlich der Groschen fiel, den sie – ordentlich, wie sie ist, natürlich sofort wieder aufhob.

Nach fünf Minuten Runterschlingens, als gäbe es kein Morgen mehr, trottet die Katze mit gefülltem Bäuchlein davon und verschwindet.

Von nun an war Miss Sing täglich zu Gast.

Also hat sich Lotta einen Vorrat an Whiskas zugelegt (wobei sie den Namen irgendwie bescheuert findet, erinnert er doch an Alkohol – wobei man davon ja auch einen Kater bekommen kann, also doch nicht ganz unlogisch) und beide genießen ihr kleines Ritual „Schmusen, schnurren, futtern und Tschüss“. Bis zu diesem Tag:

Lotta wartet schon eine Weile auf Miss Sing und wird langsam ungeduldig. Gerade, als sie sich auf den Weg zu den Kümmernichs machen will, sieht sie erleichtert, wie die Katze unter dem Zaun durchschlüpft.

Aber … Moment mal …

Lotta kneift die Augen zusammen. Irgendwas stimmt da nicht. Sie rennt hinüber und erkennt, dass ihre kleine Süße stark humpelt. Vorsichtig beugt sie sich herunter und … ach, du Sch….! Miss Sing blutet ziemlich dolle. Panisch, aber behutsam nimmt sie die Verletzte auf den Arm, hechtet zu den Nachbarn und klingelt Taifun. Keine Reaktion. Also stürmt sie zurück, googelt nach einem Tierarzt, findet heilfroh einen in der Nähe und rast im gleichen Tempo wie ihr Herzchen mit dem Auto dorthin, während Miss Sing schlapp auf dem Beifahrersitz liegt.

Der Rest ist schnell erzählt. Dr. Flüsterer hat die Wunde genäht und Miss Sing ist wieder wohlauf.

Dafür hat Lotta jetzt eine Menge Ärger am Hals (was für ein schnürendes Gefühl), denn:

Die Kümmernichs wollen

  1. Anzeige erstatten, weil Lotta ohne deren Genehmigung als Besitzer zum Tierarzt gegangen ist,
  2. ihr die 109 Euro für die OP nicht zurückerstatten, da sie sagen, das wäre unnötig gewesen und von selbst verheilt (was Dr. Flüsterer im Übrigen nicht bestätigt) und machen ihr
  3. Vorwürfe wegen des ungefragten Fütterns.

Ups. Und wie sieht das rechtlich aus?

Weder Tierschutzrecht noch Strafgesetzbuch verbieten es, fremde Tiere zu füttern – es sei denn, das kommt ständig vor bzw. schadet dem Tier – etwa durch Überfütterung und daraus resultierender Verfettung oder nicht artgerechtem Futter. Gummibärchen wären da ein schönes Beispiel, denn Haribo macht keine Katzen froh.

Nur dann könnten die Kümmernichs Lotta schriftlich dazu auffordern, das Füttern ab sofort zu unterlassen und ankündigen, dass Lotta für alle Tierarztkosten geradestehen muss, die durch die Folgen falscher Tiernahrung entstehen. Würde sich Lotta über das Verbot hinwegsetzen, hätten die Kümmernichs das Recht, beim Amtsgericht eine Unterlassungsverfügung zu beantragen – inklusive Androhung eines Bußgeldes bei Missachtung. Allerdings wären die Kümmernichs auch in der Pflicht, Lotta schädigendes Füttern nachzuweisen.

Was die Tierarztkosten betrifft:

Der Halter eines Tieres ist verpflichtet, diese zu übernehmen. Und jemand, der ein verletztes Tier sich selbst überlässt, verstößt mit unterlassener Hilfeleistung gegen das Tierschutzgesetz und kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 € zur Rechenschaft gezogen werden. Lotta ist also als treusorgender Mensch Gott sei Dank auf der sicheren Seite.

Das ist ein gutes Gefühl, finden Sie nicht auch?

Und wenn Sie gerade dabei sind, Ihre Immobilie zu verkaufen oder verkaufen zu müssen, dann gönnen Sie sich doch einfach dieses gute Gefühl. Mit Living in Berlin. Damit investieren Sie nicht in die Katze im Sack (wäre auch doof, die bekäme ja gar keine Luft), sondern in unsere absolut kompetente Transparenz.

Auch müssten Sie nicht vor lauter Arbeitsaufwand, chinesischer Juristerei und was nicht alles zu beachten ist, kratzbuckeln. Wir übernehmen den gesamten Prozess gerne für Sie. Dann können Sie am Ende wohlig schnurren wie Miss Sing. Ihre einzige Aufgabe ist es, jetzt zum Telefonhörer zu greifen. Auf in Ihr Verkaufsglück!

Geschrieben von Susanne Purol

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