Drum prüfe, wer da wem vermiete, es könnte sein, das ist 'ne Niete
Steffi wartet schon sehr lange darauf, dass ihr endlich DER Mann im echten Leben begegnet, mit dem sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage sein wird – und damit meint sie nicht die monatliche Periode, das ist ihr weiß Gott schon oft „geglückt“. Nun hat sie endgültig die Schnauze voll, was ihr nicht wirklich gut steht. Also schluckt sie mühsam die bittere Pille und begibt sich auf das Partnerportal „LaughScout“. Das soll ihr gar nicht schmecken, denn sie stößt wie ein zugedröhntes Nashorn, das gegen eine Laterne kracht, sofort auf Anfangsschwierigkeiten:
Da wären schon mal die irreführenden Pseudonyme, bei denen sie sich sofort mit einem Klick aus der drohenden Affäre hätte ziehen sollen. Als da wären beispielsweise:
Hase 1-9: Bauer sucht Frau und bietet gleich einen ganzen Hasenstall. Sein Motto: „Junggebliebener Rammler will sich nochmals so richtig austoben.“
MasterofDesaster: Hobby-Katastrophler – unverkennbar auch am Fiasko, Misserfolg und Schiffbruch interessiert Sein Motto: „Suche Traumfrau, biete nichts als Ärger.“
Hard-to-handle spielt mit offenen Karten: kein einfacher Mann, schwer umgänglich, hochkompliziert, wenig kompromissbereit etc. Kurz: ein Träumchen. sein Motto: „Nein.“
MangoKurt: Bruder von BananenBen, zwei Kinder namens Kichererbse und Adamsapfel sein Motto: „Mit mir ist gut Kirschen essen.“
kreuzbrav: punktet mit weiteren Eigenschaften wie fuchsteufelswild, zuckersüß, rattenscharf und grottenlang-weilig sein Motto: „Wichtig ist mir ein Thermomix.“
Unheimlich1 mit Lieblingsoutfit: ein weißes Bettlaken; nachtaktiv, kann durch Wände gehen – auch wenn's wehtut sein Motto: „Lieber ein Schrecken ohne Ende als gar kein Hui Buh.“
Aber das ist noch lange nicht alles, denn:
Es gibt noch die „Wenn Schwächen zu Stärken werden“-Hürde:
Und zwar automatische Statements, die man anklicken kann. Zwei davon sind Steffi ein Dorn im Auge. Und das tut echt weh, das können wir Ihnen versichern.
Dazu gehören:
1. „Ich kann mich nicht entscheiden.“Hier fragt sie sich immer wieder, worauf genau sich das bezieht. Ist die Auswahl auf der italienischen Speisekarte zu groß, dass Mann nicht weiß, ob er die bodenständige Calzone bestellen soll? Oder besser die exotische Frutti di Mare? Vielleicht eher die schlichte Margherita? Möglicherweise wären ja auch klassische Spaghetti Bolognese die bessere Wahl? Mit Nachtisch oder ohne? Bei welchem Kellner? Vor allem: in welchem Restaurant denn bloß?
Oder geht es hier um Frauen? Welche ist es denn nun? Die ruhige Silvia? Die temperamentvolle Carmen? Die sportliche Kathrin? Oder die stinkreiche Dagoberta? Dürften es auch alle vier sein? Oder 2 x 2 im Wechsel? Wenn ja, in welchem Turnus? Täglich? Wöchentlich? Oder fein dosiert einmal pro Monat? Wer ist die erste Dame? Wer die letzte? Wohin mit ihnen? Und was ziehe ich an?
2. „Ich bin zu ehrlich.“Um bei der Wahrheit zu bleiben: Steffi sieht das als eine wunderbare Erklärung dafür, dem anderen alles um die Ohren hauen zu können, was einem in den Sinn kommt. Nehmen wir beispielsweise ein paar Klopper aus Steffis Erfahrungsschatz (der weniger aus Gold und Juwelen besteht, sondern vielmehr aus kleinen Häufchen, die wir hier aus Pietätsgründen nicht näher benennen wollen). Als da wären:
„Nimm's mir nicht krumm, Du siehst echt sch… aus in diesem Rock.“ Wir sehen, gnadenlose Wort-wahl ist dabei auch erlaubt. Kommt halt aus dem reinen Herzen.
Wenn die derart vorsichtig auf den Missstand aufmerksam Gemachte – also Steffi – sich dann weinend auf den Boden wirft/eine Ohrfeige andeutet/zu Unrecht protestiert/fassungslos dasteht, kann das ganz einfach achselzuckend abgetan werden: „Hab' Dir doch gesagt, ich bin zu ehrlich. Kann ich gar nix gegen tun.“ Zack, ist Mann raus aus dem Schneider. Den er besser hätte beauftragen sollen, ein Kleidungsstück seiner Wahl für die hässliche Rockerin anzufertigen.
Weitere Aufrichtigkeiten, die wahrscheinlich nicht nur das Herz von Steffi höherschlagen lassen:
„Sei mir nicht böse, aber du trinkst wie ein Mann.“ „Ohne ihr schmeicheln zu wollen: Ich finde deine Freundin echt heiß.“ „Unter uns gesagt, mit meiner Ex würde ich ja doch gerne noch mal …“ „Ich muss schon sagen, Du hast schon wieder eine Falte zugelegt. Wie wäre es mit einer anderen Creme?“Ganz oben auf der Liste steht diese grundanständige Bemerkung: „Dein Sohn sollte mal deutlich weniger essen.“ Gesprochen von einem Mann mit prächtiger Wampe. Aber geradeheraus geht auch von Frau zu Mann. Da reicht im Prinzip schon ein Blick auf das Feinkostgewölbe. Ein sehr langer, sehr, sehr nachdenklicher. Wenn dann ein empörtes „Ich darf das, ich bin schon ein gestandener Mann“ kommt, einfach nur ein bisschen mitleidig gucken – bei hochgezogener Augenbraue. Und beim nächsten Kuscheln ganz intensiv den Bauch streicheln. Nur den Bauch.
Und um ganz offen zu sein, dann ist das aber hier der Oberknaller der unverblümten Art. Steffi plaudert aus dem Nähkästchen:
„Zeig deinem rechtschaffenen Freund Fotos, auf denen du zehn bis 20 Jahre jünger aussiehst. Dann kannst Du diese abgrundtiefe Loyalität erwarten“:
,Mannometer, Du warst ja mal richtig hübsch!’
„Daraus kannst Du dann nur noch auf die soziale Kompetenz einer verrottenden Ananas schließen“, seufzt Steffi und fügt bedauernd hinzu: „Ich hingegen stehe scheinbar wie die biblische Eva auf verbotene Früchte. Ich werde ja schon schwach, wenn der Kerl einen knackigen Adamsapfel hat.“
Steffi sollte wohl zukünftig alle Anwärter auf Herz und Nieren prüfen. Da fallen alleine schon die weg, die lange nicht mehr bei einer Voruntersuchung waren. Ansonsten gilt: Bewerber filtern, Risiken minimieren – nicht nur bei der Partnersuche, sondern auch:
beim Finden des passenden Mieters, denn:
Auch die Neuvermietung entpuppt sich oftmals als ein Wagnis mit zahlreichen Unbekannten: gefühlt tausende von – teils unpassenden – Anfragen, Unsicherheit bei der Einschätzung der Bewerber, lückenhafte Dokumente, Besichtigungen unter Zeitdruck … all das sind nicht zu unterschätzende Fehlerquellen, die in einer Pleite enden könnten und das durch Mietbindung sogar langfristig. Von der Befürchtung, letztlich die falsche Entscheidung zu treffen, wollen wir gar nicht reden. Alles in allem:
Stress pur
Abhilfe schafft ein sauber strukturiertes Vorgehen statt der Auswahl nach Bauchgefühl:- die konsequente Vorqualifizierung der Mietinteressenten, um zeitraubende Besichtigungen zu vermeiden,
- das systematische Prüfen der Unterlagen zur Vorbeugung von Bruchlandungen wie Mietausfälle etc.
- und die Reduzierung von nicht abschätzbaren Faktoren auf ein Minimum, seien es mögliche Konflikte mit/zwischen den Mietern bzw. die Absicherung gegen durch Mieter verursachte Schäden oder ähnliche Belastungen.
Wirksame Selektion der Bewerber: fair, nachvollziehbar und rechtssicher
Diese beginnt schon bei der Vermarktung mit der klaren Definition der entsprechenden Zielgruppe, um qualitativ hohe Anfragen zu erhalten und unnötigen Rückfragen entgegenzuwirken. Machen Sie deshalb präzise Angaben, zum Beispiel zu:- + der Miethöhe, den Nebenkosten und der Kaution,
- + dem Einzugstermin
- + der Mindestmietdauer
- + der Haltung von Haustieren
- + der Umgebung (für Familien, Singles, Paare geeignet?) usw.
- Wer liefert verlässliche Eckdaten?
- Passt das Objekt zur Haushaltsgröße?
- Ist der Einzugstermin machbar?
- Steht das Netto-Einkommen im realistischen Verhältnis zur Gesamt-Miete?
- Besteht eine verbindliche, widerspruchsfreie und alles klärende Kommunikation?
Da Sie als Vermieter in Deutschland an Regeln wie etwa das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gebunden sind, müssen Sie die Auswahlkriterien objektiv und lediglich auf das Mietverhältnis bezogen halten, Persönliches hat hier nichts zu suchen.
Qualität kommt vor Quantität bei Durchsicht der Unterlagen
Verfallen Sie hier bitte keiner Vollständigkeitslogik, sprich: keinem Sammlertrieb. Bewerten Sie stattdessen kritisch, ob
- Name und Angaben stimmig, Dokumente plausibel und Daten passend sind,
- das ausreichende Einkommen solide ist,
- auf den Anwärter Verlass hinsichtlich Organisiertheit, Transparenz und Verbindlichkeit ist,
- die Unterlagen wie Mieterselbst- und Schufa-Auskunft, Einkommensnachweise und gegebenenfalls eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung summa summarum in sich schlüssig sind.
Dabei sind nicht eventuell fehlende Papiere ausschlaggebend, sondern vielmehr Angaben, die Unstimmigkeiten aufweisen sowie ausweichende Reaktionen auf Ihre Nachfragen. Dann ist es ratsam, die Finger von diesen Personen zu lassen. Und selbst bei Vorlage vollständiger Unterlagen setzen Sie bitte auf eine Plausibilitätsprüfung. Vor allem digital eingereichte Dokumente bedürfen eines geschulten Blickes auf Ihnen merkwürdig erscheinende Details – auch im Gesamtprofil – sowie etwaige Ungereimtheiten.
Der Kontrollhelfer zur Minimierung von Risiken: die Bonitätsprüfung
Bitte bewerten Sie diese nicht als „Ja/Nein“-Kriterium. Ermitteln Sie besser:- Wie aktuell sind die Eintragungen?
- Was genau wird ausgewiesen?
- Bei fragwürdigen Verhältnissen: Gibt es erklärbare Ursachen?
Bewerten Sie dabei professionell den Kontext zwischen Zahlungsmentalität, Höhe des Einkommens, Stabilität der Beschäftigung, Zusammensetzung des Haushalts und Gesamteindruck.
Bonitätsdaten sind hochsensibel, also sollten Sie als Vermieter darauf achten, dass Sie – wie bereits oben erwähnt – datenschutzkonform, nur so detailliert wie erforderlich und mit eindeutiger Zweckbindung vorgehen. Kommunizieren Sie dabei im Vorfeld klar, wann und warum eine Bonitätsprüfung notwendig ist. Damit erreichen Sie leichter,
- dass geeignete Kandidaten Ihnen die entsprechenden Schriftstücke rasch und in vollem Umfang übergeben und
- die Beschleunigung des Auswahlverfahrens
- sowie das Verhindern der nervenraubenden Warteschleife, in der Sie hängen, weil mehrere Interessenten in diesem Punkt nicht aus dem Knick kommen.
Diesen können Sie dann als Ihren professionellen Standard etablieren – das ist Ihre Garantie für deutlich weniger Stress in Ihrem Vermieteralltag.
Sollte Ihnen das jedoch als eine Nummer zu groß erscheinen – schließlich sind Sie ja nicht nur Vermieter, sondern auch ein Mensch mit Familie, Freunden, Hobbys, dem Bedürfnis nach Urlaub und eventuell sogar einer zusätzlichen beruflichen Tätigkeit – dann lassen Sie sich doch einfach von Living in Berlin unter die Arme greifen.
Wir stemmen für Sie Gewusst-wie alles rund um Ihre Vermietung und auch um die Verwaltung. Selbst im Verkaufsfall stärken wir Ihnen solide den Rücken.
Nur ein Anruf genügt. Mehr ist es nicht.
Geschrieben von Susi Purol
