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Immobilie diskret verkaufen

„Ach nee, die Offenbachers von nebenan verkaufen ihr Haus. Guck mal hier: bei ImmoScout. Haste gesehen, was die in ihrem Schlafzimmer zu stehen haben? Tsss-Tsss-Tsss …“

Olga (83) und Olaf (85) sitzen ihrem Makler Herrn Makel gegenüber (zugegeben, der Nachname ist eh schon doof, aber in seinem Beruf echt ungünstig. Und der Mädchenname seiner Frau war „Schuldenzucker“, keine gute Alternative. Was also sollte er machen?). Herr Makel zeigt ihnen gerade Beispiel-Exposés auf Papier und im Internet. IM INTERNET! Die beiden sehen sich fassungslos wie zwei Glühbirnen ohne Schraubgewinde an. „Sie meinen, wir sollen unser Haus online zeigen?“ fragt Olaf – was sich irgendwie trocken anhört, weil ihm doch tatsächlich die Spucke weggeblieben ist. „Ja, das ist der Plan“, lächelt Herr Makel und lässt dabei seine makellos (wenigstens etwas) geraden und super-weißen Colgate-Zähne blitzen.

An dieser Stelle müssen wir anmerken, dass Olga und Olaf keine typisch 80-Jährigen sind. Sie trägt gerne einen riesigen, pinkfarbenen Hut und knallgrüne High Heels. Er tanzt oft die Straße entlang und trällert dabei etwas schief, aber durchaus bassig, Lieder von Zarah Leander (meine Güte – seufz –was war das eine heiße Braut!). Dabei liebt er es, barfuß zu sein. Gerne auch im Winter. Vielleicht stolpern die Nachbarn deshalb immer, wenn sie Olga und Olaf begegnen: weil sie sich auf den Schlips getreten fühlen? Und irgendwie tuscheln die immer so. Dabei können die sich doch bestimmt vorstellen, dass das mit dem Hören im hohen Alter nicht mehr ganz so gut funktioniert. Die könnten ruhig etwas lauter sprechen. Rein aus Respekt.

Und nun taucht vor Olafs Augen der Keller auf. Da haben die beiden Erotiktäubchen (immer noch!) sich eine Liebesschaukel hingehängt. Im Prinzip steht oder liegt in fast jedem Raum etwas für die schönste Nebensache der Welt. Da können sie bestimmt keine Fotos von machen. Also machen schon, aber doch nicht zeigen! Das geht gar nicht!

Beide beginnen, entsetzt zu schnaufen. Bevor sie sich aber in zwei Dampflokomotiven verwandeln, versucht Herr Makel sie zu beruhigen:

„Keine Angst, liebe Frau Offenbach, lieber Herr Offenbach. Das bleibt in der Familie.“

Ups. Falsche Wortwahl. Olga kreischt auf und geht mit weit aufgerissenen Augen die Wände hoch: „IN DER FAMILIE? UNSERE SÖHNE, SCHWIEGERTÖCHTER UND ENKELKINDER DÜRFEN NIEMALS IN UNSER HAUS! NIEMALS! UND SCHON GAR NICHT ONLINE!“

Während sie weiter nach oben an die Decke geht, kichert Olaf plötzlich lauthals los. Herr Makel weiß nicht so recht, ob er mitkichern darf, kann sich aber nach zwei Sekunden ebenfalls nicht mehr halten. Die Männer kugeln sich vor Lachen am Boden. Insgesamt ein schönes Bild, die Drei. Olaf japst: „Engelmaus, er meinte damit: diskret!“ Olga muss kurz nachdenken und den Zusammenhang begreifen, dann kommt sie wieder auf den Teppich. Nachdem sich alle sortiert haben, erläutert Herr Makel:

„In diesem Fall können wir Ihr Haus unter Ausschluss der Öffentlichkeit verkaufen. Es gibt einige Gründe, wann dieser Weg gut sein kann:

  • wenn man sich – wie Sie – nicht zum Tratschobjekt machen möchte. Das greift auch bei Erbschaft, Scheidung, Jobwechsel oder Umzug, wovon nicht jeder im Vorfeld erfahren soll und bei
  • geringen Verkaufschancen durch z. B. einen hohen Preis oder eine generell niedrige Nachfrage in der Region,
  • exklusiven Objekten, weil der oftmals hohe Preis nicht publik gemacht werden will,
  • bei Personen oder Unternehmen, die einen gewissen Bekanntheitsgrad haben,
  • zum Schutz vor Einbrechern.

Dabei hat der anonyme Verkauf Vor- und Nachteile

  1. Pro:

+ Anfragen/Interessenten liegen auf einem höheren Niveau.

+ Persönliche Daten werden kontrolliert herausgegeben.

+ Exposés und Annoncen können nicht einfach online geteilt werden.

+ Eine lange, öffentliche Standzeit wird vermieden und damit der Werteverfall.

  1. Contra

- Der Kreis an Interessenten ist kleiner.

- Es gibt weniger Spielraum bei Preisverhandlungen.

- Wird der Verkauf selbst durchgeführt, entsteht ein höherer Aufwand bei der Auswahl von Interessenten.

Aber:

Es ist rechtlich nicht machbar, zu 100 Prozent anonym zu verkaufen. Damit möglichst wenig Leute davon mitbekommen, können Sie sich folgendermaßen selbst darum kümmern:“

(Olga und Olaf schütteln vehement und im Gleichklang ihre Köpfe. Händchen haltend. Sehr süß. Aber Herr Makel bemerkt es nicht.)

„Anstelle einer eigenen Angebotsanzeige wäre es zum Beispiel möglich, auf passende Immobiliengesuche zu antworten, um Kontakt zu potenziellen Interessenten herzustellen. Das würde jedoch eine Menge Zeit kosten und Sie bräuchten eine gehörige Portion Glück.

Oder Sie schalten eine Anzeige mit möglichst wenig Details – also ohne konkrete Adresse, verräterische Bilder oder Grundrisse. Aber ob jemand Ihre Katze im Sack kaufen würde, ist fraglich.

Wenn Sie die Immobilie hingegen mit mir verkaufen wollen …“,

(gleiches Szenario, nur als Nick-Dackel-Pärchen),

„… kann ich auf eine ausgewählte, geprüfte Liste mit potenziellen Käufern zurückgreifen. Deren Suchaufträge vergleiche ich mit den Angaben zu Ihrer Immobilie. Passt es, erhalten die Suchenden eine Kurzbeschreibung Ihrer Räumlichkeiten – zunächst ohne Details wie Adresse, Namen und Fotos. Besteht Interesse, gebe ich Ihnen alle Informationen inklusive Kontaktdaten. Dann entscheiden Sie, ob ich einen Besichtigungstermin vereinbaren soll.“

Olga flüstert Olaf etwas ins Ohr. Olaf flüstert hinter vorgehaltener Hand zurück. Das geht eine Weile so. Dann sagt Olga entschlossen wie eine angezündete Silvester-Rakete: „Wir werden einfach alles für die Fotos verstecken. Dann kann auch unsere Familie mal wieder zu uns kommen. Diese Geheimniskrämerei muss endlich ein Ende haben.“

Herr Makel präsentiert wieder sein Neuschnee-Lächeln; freut sich, dass das zauberhafte Pärchen von selbst draufgekommen ist und er zur Wiedervereinigung beitragen konnte. Wir würden ihn ja Herrn M(ir)akel nennen.

Und egal, ob Sie Ihre Immobilie diskret oder auf dem üblichen Wege erfolgreich an den richtigen Mann/die richtige Frau bringen wollen:

Auch wir vollbringen genau die Strategie-Wunder, die zielstrebig, Gewusst-wie und mit dem entsprechenden Fingerspitzengefühl zum Ziel führen: Ihrem krönenden Abschluss. Ganz nach Ihren Wünschen. Wie von Zauberhand. Lassen Sie uns doch einfach drüber sprechen. Und schon kommt alles ins Rollen. Jetzt?

Geschrieben von Susanne Purol

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